Unterwegs zu einem neuen Dorfzentrum
Dieser Text wurde in der «Botschaft» vom 27. Juni 2026 veröffentlicht.
Der Gestaltungsplan Belchen soll der stark gewachsenen Gemeinde zu einer neuen Mitte verhelfen. Er ist am Donnerstagabend, 25.6.2026 intensiv diskutiert und im Grundsatz gut aufgenommen worden.
SIGLISTORF (fi) – Vizeammann Romeo Koch hat eine grosse Schar Interessierter auf dem Schüppel begrüssen können. Er zeigte, dass der Gestaltungsplan das Suterhaus an der Hauptstrasse, das der Einwohnergemeinde gehört, das Ortsbürgerland dahinter und die angrenzende Liegenschaft Mühlefluh umfasst.
Ausgangslage
Paul Keller und seine Fachspezialisten der Firma Arcoplan schilderten den Gestaltungsplan, der zwischen der Bau-und Nutzungsordnung und dem Baubewilligungsverfahren die grossen Linien vorgibt, ohne die Architektur allzu sehr zu beengen. Erschwerend beim Gestaltungsplan Belchen ist das Mühlefluhhaus unter Substanzschutz und das Suterhaus unter Volumenschutz steht. Gelände und Strassenraum stellen besondere Anforderungen.
Anhand eines Plans wurde sichtbar gemacht, wie sich Siglistorf seit 1885 entwickelt hat. Die grössten Wachstumsschübe hat es in den 70er- und 80er-Jahren und im letzten Jahrzehnt gegeben. Bei starker Verdichtung an den Rändern ist das Zentrum ausgedünnt worden. So verschwand 1998 das markante Schul- und Gemeindehaus. Nun soll mit unterschiedlichen Bauten wieder eine dörfliche Struktur hergestellt werden, die auch vorhandene Elemente wie eingefasste Bauerngärten oder den Fussweg aufnimmt.
Wohnungen und Parkhaus
Von den ausgearbeiteten Möglichkeiten diente die Bestvariante als Diskussionsgrundlage. Sie sieht den Bau von 15 bis 20 Wohnungen mit einer unterirdischen Gemeinschaftsgarage vor. Bei durchmischten Wohnungsgrössen liegt im rückwärtigen Neubau der Schwerpunkt bei kleinen Einheiten. Sie sollen jungen und alten Leuten den Verbleib im Dorf ermöglichen. Den Strassen entlang will man zweigeschossig bauen. Die Belchenstrasse soll grosszügig aber keine Rennbahn werden. Im Erdgeschoss des Suterhauses sollen eine Gemeindestube entstehen, das erste Ober- und das Dachgeschoss Asylantenunterkunft bleiben. Daneben, etwas zurückversetzt, könnte der Entsorgungsplatz mit teilweise unterirdischen Containern sein.
Von Grundsatz bis Detail
In Gruppen wurden die Pläne buchstäblich unter die Lupe genommen.Verkehrs- und Lärmprobleme wurden entdeckt, das Walmdach des Zentralen Neubaus infrage gestellt und überlegt, wo ein vergrösserter Kindergarten sinnvoll angeordnet werden könnte. Die Nutzung des Gemein-schaftsraums ist ebenso zu klären wie die Etappierungsmöglichkeiten beim Bau der Tiefgarage. Die Sicherheit der Verkehrswege ist ein grosses Anliegen. Und bei allen Details blieb die Grundsatzfrage: Soll Siglistorf überhaupt noch weiterwachsen?
Nachbarliches und Finanzielles
Die entscheidende Frage dreht sich um die Haltung von Nachbar Mühlefluh, dem zwei Drittel des vom Gestaltungsplan erfassten Landes gehören. Vizeammann Koch berichtete, dass Mühlefluh die Pläne studiert habe. Er wünsche keine maximale Verdichtung, sei aber im Grundsatz einverstanden. Der Kontakt zwischen Landbesitzer und Gemeinderat sei bestens. An der Behörde ist es nun, geeignete Investoren zu finden. Paul Keller freute sich über die intensiven Erörterungen und versprach, die gewonnenen Erkenntnisse in den Gestaltungsplan einfliessen zu lassen, der noch einige Stufen der Weiterbearbeitung zu durchlaufen hat.